Es war weit mehr als eine Gedenkmesse, die am Samstagabend in der Pfarrkirche Lanzenkirchen gefeiert wurde. Mit dem Festakt zu Ehren des Heiligen Johannes Don Bosco setzte die Marktgemeinde den symbolischen Startschuss für ein touristisches Leuchtturmprojekt: das geplante INTERREG-Projekt „Bourbonenzentrum Lanzenkirchen“.
„Mit dem Bourbonenzentrum holen wir europäische Geschichte zurück nach Lanzenkirchen und machen sie erlebbar. Dass eine Persönlichkeit wie Don Bosco damals zu uns kam, zeigt die historische Bedeutung von Lanzenkirchen. Wir nutzen dieses Erbe jetzt als Motor für die Zukunft. Wir stehen mitten in der Projektentwicklung und werden bald in die Umsetzung gehen“, so Bürgermeister Bernhard Karnthaler.
Historische Sensation: Don Boscos einziger Österreich-Besuch
Der Anlass könnte treffender nicht gewählt sein. Historische Fakten belegen eine enge Verknüpfung: Der berühmte Sozialreformer Don Bosco reiste in seinem Leben ein einziges Mal nach Österreich und sein Ziel war Lanzenkirchen. Der Grund war ein Besuch am Krankenbett des Grafen von Chambord, des letzten legitimen Thronprätendenten von Frankreich, der hier residierte.
Bürgermeister Bernhard Karnthaler nutzte den feierlichen Rahmen, um einen Ausblick auf die touristische Zukunft der Gemeinde zu geben. Das Projekt befindet sich derzeit mitten in der Entwicklung und steht kurz vor der konkreten Umsetzungsphase.
Vom Gedenken zur Wertschöpfung
Der Festakt wurde auch durch die Anwesenheit von Reinhard Heiserer, dem Geschäftsführer von „Jugend Eine Welt“ begleitet. Die international tätige Hilfsorganisation aus Österreich setzt sich weltweit für die Rechte und Bildung von benachteiligten Kindern ein. Dabei arbeitet sie als enger Partner mit den Salesianern Don Boscos zusammen, jenem Orden, den der Heilige im 19. Jahrhundert gründete und der bis heute weltweit in der Jugendarbeit führend ist.
Reinhard Heiserer zeigte sich begeistert von der Initiative der Gemeinde: „Es freut uns sehr, dass die Aktivitäten rund um den historischen Don Bosco Besuch auf das Schicksal der Kinder, die weltweit von Armut und Ausbeutung betroffen sind, aufmerksam macht. Denn heute wie damals gilt es, ganz im Sinne des Hl. Don Bosco, mit viel Herz und Bildung das Leben junger Menschen zu verbessern.“
Wissenschaftliche Einordnung
Historiker Günter Fuhrmann, der das Projekt wissenschaftlich begleitet, unterstrich die Einmaligkeit dieser historischen Konstellation.
„Die Begegnung zwischen dem Heiligen Don Bosco und dem Grafen Chambord hier in Lanzenkirchen ist ein historisches Juwel. Es war der einzige Aufenthalt Don Boscos auf österreichischem Boden. Diese Episode verknüpft Lanzenkirchen direkt mit der großen europäischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Das geplante Bourbonenzentrum wird diesen Faden aufnehmen und modern interpretieren“, so Historiker Günter Fuhrmann abschließend.
Die Gedenkmesse bildete somit den geistigen Auftakt für ein Vorhaben, das Lanzenkirchen in den kommenden Jahren weit über die Gemeindegrenzen hinaus positionieren wird.
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